Bauleitplanung ist Thema im Bauausschuss der Samtgemeinde Gieboldehausen

Mit der geplanten 46. Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde Gieboldehausen wird vorrangig das Ziel verfolgt, Wohnbauflächen auszuweisen. Die Änderungen betreffen die Ortschaften Bilshausen, Bodensee, Krebeck und Wollbrandshausen. Der Bauausschuss der Samtgemeinde wird sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 27. August, mit den während der Auslegung geäußerten Bedenken und Hinweisen befassen. Beginn der Sitzung ist um 18 Uhr im Bürgerhaus Krebeck, Adolph-Heine-Weg 1.

Am Beispiel Krebeck zeigt sich, dass bei der Bauleitplanung Vorgaben und Ansprüche mitunter differieren. Das Baugesetzbuch verlangt von der sogenannten Raumordnung – dazu zählen Bebauungs- und auch Flächennutzungspläne der Kommunen – grundsätzlich einen sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Die Siedlungsentwicklung soll sich am Bedarf orientieren, sich aber auch vorrangig auf das „zentralörtliche System“ ausrichten. Krebeck erfüllt demnach „keine zentrale Funktion“ und hat sich „im Rahmen der Eigenentwicklung zu orientieren“.

Erweiterung um 2,38 Hektar

Darauf hat der Landkreis Göttingen als Fachbehörde in seiner Stellungnahme zur geplanten Änderung des Flächennutzungsplans der Samtgemeinde Gieboldehausen hingewiesen. In der Gemeinde Krebeck ist vorgesehen, das bestehende Baugebiet „Über den Töpferöfen“ in östlicher Richtung für eine Wohnbauentwicklung auszuweisen. Damit könnten auf einer Gesamtfläche von etwa 2,38 Hektar einschließlich der Grün- und Verkehrsflächen etwa 28 Baugrundstücke entstehen. Bisher ist das Gebiet als Fläche für die Landwirtschaft (2,21 Hektar) und Friedhof/Grünfläche (0,17 Hektar) ausgewiesen.

In den Flächennutzungsplan-Unterlagen heißt es weiter, dass die geplante, aber nicht verwirklichte Friedhofsnutzung an dieser Stelle in der bisher dargestellten Größe als nicht mehr erforderlich erachtet werde und daher in die neue Wohnbaufläche einbezogen werden könne. Das Gebiet könnte über die Straße Am Zimmerplatz von Südwesten her erschlossen werden.

Baulücken und Leerstand prüfen

In seiner Stellungnahme fordert der Landkreis Göttingen, den aktuellen Stand an Baulücken und vorhandenem Leerstand im Innenbereich zu prüfen. Dazu heißt es in den Unterlagen zur geplanten Planänderung: „Von den sechs Baulücken stehen drei unmittelbar vor der Bebauung, während zwei Baulücken nicht für eine Bebauung abgegeben werden sollen. Damit stehen in Krebeck derzeit eine Baulücke und drei Leerstände zur Verfügung.“

Gemeinde und Samtgemeinde sprechen von einer seit Jahren etwa konstanten Einwohnerzahl Krebecks von etwa 720 Menschen. Dem hält der Landkreis Göttingen entgegen: „In der Realität zeichnet sich laut Einwohnerstatistik […] jedoch ein deutlicher Bevölkerungsrückgang ab“. Seit 2007 (755 Einwohner) habe Krebeck einen kontinuierlichen Verlust zu verzeichnen – bei einer Einwohnerzahl Ende 2019 von 688 entspreche dieser etwa neun Prozent. Die geplanten 28 Baugrundstücke würden einem Zuwachs von etwa 61 Personen und einem Bevölkerungswachstum von etwa acht Prozent entsprechen, rechnet der Fachbereich vor.

Eingefordert wird „ein nachvollziehbarer Bedarfsnachweis mit einem realistischen Zeithorizont“, heißt es in der Stellungnahme des Landkreises weiter. Die Fläche von 2,38 Hektar geht nach Auffassung der Behörde „deutlich über das hinaus, was als Eigenentwicklung als akzeptabel zu bewerten wäre“.

Die Samtgemeinde Gieboldehausen hält indes dagegen, dass der Rückgang der Einwohnerzahl auch daran liegen könne, „dass junge Leute, die einen eigenen Hausstand gründen wollen, aufgrund des fehlenden Angebots den Ort verlassen müssen“. Weiter wird argumentiert: „Ein Abfinden mit einer lediglich vorausgesagten weiteren Bevölkerungsabnahme kann dagegen dazu führen, dass eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt wird, an der niemand Interesse haben kann.“ Zur Beratung im Bauausschuss vorgeschlagen wird seitens der Samtgemeindeverwaltung, den geplanten Änderungsbereich von 2,38 Hektar auf 0,5 Hektar zu verkleinern. Damit könnte in kurzer Zeit Bauland in Krebeck zur Verfügung gestellt werden. Bei weiterem Bedarf wäre eine erneute Erweiterung denkbar.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 26.08.2020. Bericht Britta Eichner-Ramm. Foto Heller.