Wegen Vollsperrung der B 247 bei Bilshausen müssen Lastwagen für Tontransporte durch die Dörfer fahren

Zwischen dem Kreuzungsbereich Strohkrug in Bilshausen und dem Einmündungsbereich der B27 in Gieboldehausen ist die B247 seit dem 21. September voll gesperrt. Die Jacobi-Tonwerke sind Anlieger – das Betriebsgelände liegt gleich nördlich des „Strohkrugs“. Jacobi-Mitarbeiter nutzen die Strecke normalerweise, um über Duderstadt und Teistungen zügig nach Ferna zu kommen: Dort liegt die Haupttongrube des Unternehmens, sagt Helmuth Jacobi, einer von zwei Seniorchefs. Der Umweg koste seine Firma bares Geld.

Die oberen Asphaltschichten der Straße werden erneuert, stellenweise müsste der komplette Asphaltaufbau ausgetauscht werden, so die Geschäftsstelle Goslar der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zur Baumaßnahme. Auf dem Abschnitt ruht der Verkehr. Doch die Tonwerke haben mit der Behörde eine Vereinbarung getroffen, derzufolge auf der gesperrten Straße täglich fünf Fahrten zu einer Tongrube möglich sind, die auf etwa halber Strecke zwischen Bilshausen und Gieboldehausen am Rotenberg liegt.

„Wir standen frühzeitig in Kontakt mit der Behörde“, sagt Jacobi. Die Transporte seien notwendig, habe er argumentiert, und die Planer hätten eine Sondergenehmigung erteilt. Bis zum Ende der Baumaßnahme, „die vermutlich Ende November abgeschlossen sein wird“, so Jacobi, müsste sein Unternehmen „vier, fünf Tage“ auf diese Touren verzichten – „für uns ein lösbares Problem“. Jeder der fünf Lkw sei mit 25 Tonnen heimischem Bundsandsteinschiefer beladen, „der schon in der Grube gebrochen und verkleinert“ und dann als „verfestigter Ton“ aufgeladen wird – 125 Tonnen am Tag, 625 in der Woche, 2500 Tonnen im Monat (abzüglich der kommenden drei, vier Ausfall-Tage). Allerdings: „Wir brauchen im Monat 10 000 Tonnen Ton“, sagt Jacobi – die würden vor allem aus der „Hauptgrube bei Ferna“ geholt. „Dorthin können wir aber nicht direkt auf dem üblichen Weg nach Gieboldehausen und dann weiter über Duderstadt fahren.“ Der Umweg gehe ins Geld.

Die zusätzlichen Kosten möchte der 70-Jährige nicht beziffern. Stattdessen nennt er andere Zahlen. Pro Tag seien zehn Lkw nach Ferna unterwegs, die seit Beginn der Straßensanierung über Bilshausen, Bodensee, Krebeck und Ebergötzen ausweichen müssten, um über Duderstadt und Teistungen nach Ferna zu rollen – und zurück. „Zwei Lkw in zwei Schichten“, sagt Jacobi. Normalerweise. Jetzt kämen ein Fahrzeug und ein Fahrer hinzu, um in etwa derselben Zeit die erforderliche Ladung nach Bilshausen zu bringen. „Das sind pro Fahrt zehn, zwölf Kilometer mehr als üblich. Das ist eine erhebliche Kostenbelastung.“ Und eine Belastung der Fahrer, die über teils „ausgefahrene Bankette“ ruckeln und durch drei Dörfer „mit schmalen Straßen“ manövrieren müssten – hinzu komme der Lärm, den die Laster verursachten: „Den merken die Anwohner“, sagt Jacobi.

Außerdem würden Lkw aus den Niederlanden und Dänemark, aus Russland und den baltischen Staaten die Tonwerke anfahren. „Sie müssen sich auf ihr Navi verlassen, verfransen sich und fahren auf Routen, die nicht für Lkw geeignet sind“, so Jacobi. Die Lage sei unbefriedigend, sagt er. „Aber ich möchte mich nicht beschweren. Die Sanierung ist notwendig. Es geht nicht anders.“ Die Straße weise „massive Spurrillen“ auf, „da konnte nur noch Tempo 80 oder bei Regen sogar mit noch weniger Geschwindigkeit gefahren werden. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass die Straßenbaumaßnahme zügig durchgeführt wird.“ Auf Tageblatt-Nachfrage sagte Kai Bauerochse, zuständiger Projektleiter der Straßenbaubehörde in der Geschäftsstelle Goslar: „Wir liegen in diesem Bauabschnitt im Zeitplan. Falls das Wetter es zulässt, gehen wir aktuell davon aus, dass die Baumaßnahme wie geplant Ende November fertiggestellt werden kann.“

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 23.10.2020. Bericht Stefan Kirchhoff.