Anekdoten sollen Leser zum Schmunzeln bringen

Startseite/Aktuelles/Anekdoten sollen Leser zum Schmunzeln bringen
  • Teilnehmer der Klönrunde im Mühlencafé. Foto: Richter

Anekdoten sollen Leser zum Schmunzeln bringen

Geschichtswerkstatt Bilshausen möchte Buch mit lustigen Erzählungen veröffentlichen / Ideensuche bei Klönrunden

Die Mitglieder der Geschichtswerkstatt Bilshausen möchten ein Buch mit Anekdoten aus dem Eichsfeldort veröffentlichen. Anregungen und Ideen für das Werk werden bei Klönrunden gesammelt, zu denen Interessierte im örtlichen Mühlencafé zusammenkommen.

Nachdem die Bilshäuser Ortschronik und das Projekt der historischen Rundgänge abgeschlossen sind, habe die Geschichtswerkstatt nach einer neuen Aufgabe gesucht, berichtet deren Sprecherin Birgitta Hundeshagen. So sei die Idee für das Anekdotenbuch geboren worden. Viele Einwohner hätten sich eine Publikation gewünscht, „in der Geschichten stehen, was alles Lustiges im Dorf passiert ist“. Dafür sei in der vor zwei Jahren erschienenen Chronik kein Platz gewesen, da dort die Historie des Ortes im Mittelpunkt gestanden habe.

„Wir haben mit so einem Buch die Chance, dass alles das, was wir hier wissen und erzählen, auch in hundert Jahren noch bekannt sein kann“, erklärte Ortsheimatpfleger Hans-Reinhard Fricke. „Die Geschichten des Dorfes gehören zur Geschichte mit dazu“, sagt der Historiker. Da die hochdeutschen und plattdeutschen Geschichten in aller Regel nur mündlich überliefert seien, müssten sie auf Papier gebracht werden. „Wir hoffen, dass wir einiges geschickt gekommen“, betont Hundeshagen, „Wir gehen auch mit Diktiergeräten zu Bilshäusern, die etwas erzählen möchten“, kündigt die Sprecherin an.

Bei den beiden ersten Klönrunden hätten die Teilnehmer viele Ideen beigesteuert. Ein Kapitel werde Spitznamen gewidmet, die in Bilshausen stets eine wichtige Rolle gespielt hätten. Es gebe Familiennamen, wie Strüber, Wüstefeld und Engelhardt die sehr verbreitet seien.

Um die Träger der Namen unterscheiden zu können, hätten viele Einwohner einen Spitznamen erhalten. So berichtete Rudolph Engelhardt, dass er Bäcker-Philipp heißt, weil sein Urgroßvater Bäcker war und sein Vater und Großvater Philipp mit Vornamen hieß. Als weitere Themenschwerpunkte sind die Schule, Bilshäuser Originale, Pfarrer und Ordensschwestern angedacht, ebenso die Schützenfeste, bei dem Einwohner viel Schabernack getrieben hätten. Karl-Friedrich Kreis berichtete, dass nachts Gartentüren ausgetauscht wurden oder Klingelpost angesagt war. Abgebrochene Streichhölzer seien in Klingeln gesteckt worden und hätten Bewohner um den Schlaf gebracht.

Ein weiteres Kapitel werde dem Schlachten gewidmet. Kreis erzählte von einem Stellmacher, der einer Kundin statt eines Brettes, dass beim Schlachten benötigt wurde, ein Klobrett geliefert habe. Möglicherweise beinhaltet das Buch auch die Geschichte einer Bilshäuserin, die in einem Hotel in Frankreich einen Toilettenraum mit einer Telefonzelle verwechselte. Sie wunderte sich, dass kein Gespräch zustande kam und hielt die Rauschgeräusche der Wasserspülung für einen Regenguss in ihrem Heimatort. „Ich könnte mir vorstellen, dass ein solches Buch auch viele jüngere Menschen interessiert“, meinte Kreis. Geschichten blieben in Erinnerung und würden an die nächste Generation weitergegeben.

Dorf-FSJlerin Luna Marie Quinque unterstützt Projekt

Auch Dorf-FSJlerin Luna Marie Quinque bringt sich in das Projekt ein, berichtet Hundeshagen. Sie trage dazu bei, das Projekt bei älteren Menschen in Bilshausen bekannt zu machen. Die nächste Klönrunde ist für Mittwoch, 29. August, um 16 Uhr wieder im Mühlencafé angesetzt.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 02.07.2018. Bericht Axel Artmann. Foto Richter.

Donnerstag, 5. Juli 2018|