Akzeptiert, aber wenig beteiligt

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Akzeptiert, aber wenig beteiligt

Ergebnisse der Online-Befragung von jugendlichen Einwohnern vorgestellt

Viele jugendliche Einwohner der Samtgemeinde Gieboldehausen leben gerne in ihren Wohnorten, fühlen sich akzeptiert, aber mit ihren Interessen derzeit nicht vertreten: Das ist Ergebnis einer Online-Befragung, die Thema in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren und Integration war.

An der Befragung beteiligten sich 231 Jugendliche im Alter zwischen 11 und 18 Jahren, davon wohnen 166 in der Samtgemeinde Gieboldehausen, sagte Katja Neumann, die in dem zum Landkreis Göttingen gehörenden Fachdienst Kinder- und Jugendarbeit für „Jugendbeteiligung in den Sozialräumen“ zuständig ist. Dass nicht alle Teilnehmer aus der Samtgemeinde Gieboldehausen stammten, erkläre sich aus der Tatsache, dass auch Schüler aus der Samtgemeinde Radolfshausen die Kooperative Gesamtschule im Flecken besuchen. Deren Angaben seien nicht in die Auswertung eingeflossen, so Neumann. Sie konzipierte den Fragebogen gemeinsam mit Dieter Seliger vom Kinder- und Jugendbüro der Samtgemeinde Gieboldehausen.

157 Rückmeldungen stammten aus der Altersgruppe der 13- bis 16-Jährigen, was einer Beteiligungsquote von 25 Prozent entsprach. „Das kann man als repräsentativ betrachten“, so Neumann. 35 Teilnehmer kämen aus dem Hauptschulzweig, 72 aus dem Realschulzweig, 54 besuchten das Gymnasium und drei die Berufsbildenden Schulen.

72 Prozent der befragten Jugendlichen aus der Samtgemeinde treffen sich in Gieboldehausen, so ein Ergebnis, das Neumann vorstellte. Beliebte Treffpunkte seien der Schlosspark, der Sportplatz, das „Einkaufszentrum“ und die Spielplätze. Große Bedeutung für die Jugendarbeit hätten die Vereine, insbesondere die Sportvereine und unter anderem auch Feuerwehren, Karnevalsvereine, Pfadfinder und die DLRG. Bei den kommerziellen Angeboten spiele Kino eine große Rolle. Auch Angebote zum Schwimmen oder Tanzen sowie Fitnessstudios würden gerne genutzt.

Deutlich machte die Studie, dass Jugendlichen Gemeindegrenzen egal seien. „Die sind von A nach B unterwegs, das Angebot, was attraktiv ist, das wird genutzt“, so Neumann. Wären sie Bürgermeister, würden die Befragten Jugendliche zu Sitzungen einladen, in denen es um ihre Freizeit gehe, sie mehr in politische Entscheidungen einbinden, mehr Jugendräume einrichten und bestehende verschönern, mehr Budget für die Jugendarbeit bereitstellen sowie zusätzliche Ferienangebote und mehr Veranstaltungen für Jugendliche schaffen, lauten einige der vorgestellten Antworten.

„Beteiligung braucht Zeit, braucht Raum, eine Angebotsstruktur, das ist eine Herausforderung, eine Aufgabe, die in jeder Mitgliedsgemeinde auch irgendwie geleistet werden muss“, so Neumann. Auftrag für Politik und Verwaltung sei es, die Anregungen aufzugreifen und umzusetzen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 17.02.2017. Bericht Axel Artmann.

2017-02-17T12:38:00+00:00 Montag, 20. Februar 2017|