Abschied von Pastor Möhle

//Abschied von Pastor Möhle
  • Pastor Harald Möhle

Abschied von Pastor Möhle

Tätigkeit in Bilshausen und Lindau endet nach dreieinhalb Jahren

Pastor Harald Möhle (54) hat dreieinhalb Jahre lang die evangelischen Gemeinden in Lindau und Bilshausen geleitet. Am Sonntag, 10. September, wird er mit einem Gottesdienst in der Pauluskirche in Bilshausen verabschiedet. Es schließt sich ein Gemeindefest an.

„Das meine Zeit im Eichsfeld so schnell vorbei sein würde, war nicht geplant“, entschuldigt sich Möhle. Es tue ihm leid, dass er die 1300 Mitglieder seiner beiden Gemeinden enttäuschen müsse. „Meine Frau hat sich auf die Stelle als Krankenhausseelsorgerin im Klinikum in Göttingen beworben und ist genommen worden“, erzählt er.

Bisher hatte sie im Kirchenkreis Leine-Solling eine halbe Stelle in der Michaelisgemeinde im Rhumetal, zu der die Dörfer Elvershausen, Berka, Hammenstedt und Marke gehören. Möhle selbst hat dort bislang auf einer Viertelstelle gearbeitet. Nun übernimmt die halbe Stelle seiner Frau und gibt dafür die halbe Stelle im Eichsfeld ab. Im Ruhmetal ist er nun alleine für 1700 Christen zuständig. „Das sind mehr Menschen, dafür sind aber die Wege für mich kürzer“, erklärt der Pastor, der mit seiner Familie seit fünf Jahren im Pfarrhaus in Elvershausen wohnt.

Fünf Dörfer

Im Eichsfeld betreute Möhle Gläubige in fünf Dörfern. Zur Gemeinde Bilshausen gehören nämlich auch die Orte Bodensee, Krebeck und Renshausen. „Es war für mich schwer, die Kontakte zu allen Verantwortlichen in diesem Gebiet zu halten“, sagt er. Ein Pastor sollte die Ortsratsmitglieder, die Lehrer oder den Ortsbrandmeister mit Namen kennen und seine Repräsentationspflichten wahrnehmen. Das sei allerdings auch im Rhumetal eine Herausforderung, da seine Gemeinden in drei Kommunen und zwei Landkreisen lägen. Dort komme ihm zugute, dass er dort bereits seit Jahren arbeite, zu allen Geburtstagen gegangen sei und viele Menschen beerdigt habe.

Als „sehr gut“ beschreibt Möhle die Kontakte zu seinen katholischen Kollegen im Eichsfeld, vor allem zu Pater Alex und – in Bodensee – auch zu Pfarrer Matthias Kaminski. Er habe ökumenische Trauungen mitgestaltet und mit Pater Alex viele Gottesdienste gemeinsam gefeiert: etwa bei Schützenfesten, in den Schulen oder im Advent.

„Ökumenische Kontakte liegen mir am Herzen“, sagt er. Er habe sie bereits in seiner Zeit in der Grafschaft Bentheim sowie in Bern, beides reformierte Regionen, gepflegt. „Das werde ich nun im evangelisch geprägten Rhumetal nicht mehr so tun können“, sagt er.

„Vermissen werde ich die starke Identifikation der Eichsfelder Lutheraner mit ihrer Kirche“, meint Möhle. In der Diaspora habe der eigene Glaube für die Menschen eine ganz andere Bedeutung als dort, wo sie die Mehrheit stellten. „In Bilshausen und Lindau gibt es unglaublich engagierte Mitglieder, die vieles ohne Pastor auf die Beine stellen“, erklärt der Geistliche.

„Einen Akzent habe ich vielleicht mit den Taizé-Gottesdiensten gesetzt, die ich einmal im Jahr jeweils in Bilshausen und in Lindau angeboten habe“, hofft der Pastor. Die Lutheraner im Eichsfeld wollten das weiterführen. Die Vakanzvertretung übernimmt Pastor Hillard Heimann.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 08.09.2017. Bericht und Foto Michael Caspar.

2017-09-14T14:48:09+00:00 Montag, 11. September 2017|