75,1 Prozent der Straftaten aufgeklärt

//75,1 Prozent der Straftaten aufgeklärt
  • Karl-Hubert Wüstefeld, Leiter des Polizeikommissariats Duderstadt, stellt die Kriminalstatistik für das Jahr 2017 vor. Foto: Franke

75,1 Prozent der Straftaten aufgeklärt

Polizeikommissariat Duderstadt präsentiert Kriminalstatistik für das Jahr 2017

5,1 Prozent aller Straftaten in ihrem Bereich haben die Beamten des Polizeikommissariats Duderstadt 2017 aufgeklärt. „Das ist eine sehr gute Quote, die landesweit im Spitzenbereich liegt“, sagte Leiter Karl-Hubert Wüstefeld. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute das eine Steigerung von 26,6 Prozentpunkte.

Wüstefeld stellte gemeinsam mit Karl-Ernst Recha, stellvertretender Leider des Kriminalermittlungsdienstes, die Polizei-Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vor. Entgegen dem Landestrend habe es einen leichten Zuwachs an Straftaten gegeben. Von 1704 sei die Zahl auf 1775 gestiegen. Gestiegen sei dabei auch die Anzahl an tatverdächtigen Kinder von 28 auf 42 sowie an Jugendlichen von 95 auf 196.

Positiv sei die Aufklärungsquote. Konnten die Beamten 2016 mit 58,5 Prozent der Fälle weniger als zwei Drittel aufklären, so waren sie 2017 in etwa drei Vierteln aller Fälle erfolgreich. Im Vergleich hat die Polizeiinspektion eine Aufklärungsquote von 61,4 Prozent, der Landesdurchschnitt liegt bei 62,3 Prozent.

Die schwerste Straftat in der Duderstädter Kriminalstatistik des vergangenen Jahres ist ebenso wie 2016 eine fahrlässige Tötung, bei der sich der Anfangsverdacht aber nicht bestätigte. Bei den Sexualdelikten sei ein Anstieg von vier auf zwölf zu verzeichnen, berichtete der Kommissariatsleiter. „Wir haben auch einen Anstieg an Taten zum Nachteil von Kindern zu verzeichnen“, sagte Wüstefeld. Allerdings konnten alle sechs Fälle aufgeklärt werden. Eine Zunahme an Straftaten gebe es bei den Rohheitsdelikten von 289 auf 318, wie Wüstefeld aufzählte. Dominant seien hierbei Körperverletzungen mit 208 Taten. Aber auch Nötigung und Bedrohung nehmen einen hohen Anteil ein. Verdoppelt haben sich die Fälle von häuslicher Gewalt von 64 auf 108, was die Beamten mit der Zunahme des Anzeigeverhaltens erklären. Die Aufklärungsquote bei Rohheitsdelikten liege bei 95 Prozent.

Einen deutlichen Rückgang gebe es bei den Eigentumsdelikten, berichtete Wüstefeld. Von 546 Taten in 2016 sei die Zahl im vergangenen Jahr auf 384 gesunken, bei einer gleichzeitigen Steigerung der Aufklärungsquote von 24,9 auf 44 Prozent. 2017 habe es lediglich 29 Diebstähle aus Kraftfahrzeuge gegeben, 30 weniger als im Jahr zuvor. Allerdings hatte das Duderstädter Polizeikommissariat entgegen dem Landestrend einen Zuwachs von 27 Prozent bei den Wohnungseinbrüchen von 44 auf 54. Das hänge unter anderem mit einer Serie zu Beginn des Jahres zusammen.

Gerade im Bereich der Einbrüche mache sich die Aufklärungsarbeit bezahlt, ist sich Wüstefeld sicher. „Prävention ist gut angelegte Zeit“, sagte Wüstefeld. Aber auch die Aufklärungsquote sei mit 57 Prozent hoch. Der Landesdurchschnitt liege etwa bei der Hälfte. Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten seien die Fallzahlen mit 242 gegenüber 313 weniger geworden, so Wüste­feld. Gleichzeitig hätten fast zehn Prozent mehr Fälle aufgeklärt werden können (von 59 auf 68,6 Prozent). Das Internet sei aber mit etwa einem Drittel der Taten immer noch im oberen Bereich angesiedelt. Dabei sei die Aufklärungsquote aber auch von 66,5 auf 85,6 Prozent gestiegen.

Eine besondere Steigerung der Aufklärungen gebe es im Bereich der Sachbeschädigungen. Dort habe die Quote von 17,33 auf 43,24 Prozent angehoben werden können, so Wüstefeld. 54-mal seien Kraftfahrzeuge beschädigt worden, 76 Taten habe es auf öffentlichen Straßen und Plätzen gegeben. Die Zahl bei strafrechtlichen Nebengesetzen ist von 145 auf 410 gestiegen. Dieser Bereich werde von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz dominiert. Insgesamt seien es 355 Fälle gewesen, 231 mehr als im Vorjahr. Gestiegen sei die Zahl bei Jugendlichen von 20 auf 77, bei Heranwachsenden von 26 auf 93 und bei Erwachsenen von 77 auf 241.

„Besorgniserregend ist die Zunahme an Fällen mit Amphetaminen von 15 auf 79“, sagte Wüstefeld. Recha ergänzte, dass die Zusammensetzung der Wirkstoffe dabei vollkommen unbekannt sei. Vor allem die Kombination mit anderen Betäubungsmitteln sei nicht ungefährlich. Die Zahl der Cannabisfälle habe sich von 80 auf 160 verdoppelt, wohingegen Kokain, Crack, Heroin und LSD mit neun Fällen nur eine geringe Rolle spielten. Ebenfalls eine Steigerung gebe es bei den Verfahren wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln von 26 auf 92. Allerdings liege die Aufklärungsquote hier bei 99,7 Prozent.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 07.03.2018. Bericht & Foto Rüdiger Franke.

2018-03-07T09:34:05+00:00 Samstag, 10. März 2018|