Ausgelassene Stimmung auch bei zweiter Auflage des BCC-Büttenabends im Lindauer Exil

2019 hieß es für den Bilshäuser Carneval Club (BCC) erstmals „BCC on tour“, denn da ihr Stamm-Domizil nach Schließung des Lokals für den Büttenabend nicht mehr zur Verfügung stand, haben die Bilshäuser Narren im benachbarten Lindau Zuflucht gefunden. Diesmal feierten sie nun schon im zweiten Jahr in Folge in der Mehrzweckhalle, wo fast 290 Besucher am Sonnabend die zweite Auflage des BCC-Büttenabends 2020 verfolgten.

Tags zuvor gab es das Programm schon einmal. Und wie man hört, harrte mancher vom närrischen Volk bis in die frühen Morgenstunden des Sonnabends aus. Am Abend füllte sich der bunt dekorierte Saal dann schon wieder. „Ausverkauft“, freute sich BCC-Vorsitzender Carsten Ochsenfahrt vor allem für die Mitwirkenden am abwechslungsreichen Programm beider Büttenabende. 60 bis 70 Akteure auf der Bühne und im Saal trugen zum Gelingen bei. Die Garden hätten bereits im Herbst mit den Proben für ihre Tänze begonnen, berichtet Verena Wüstefeld vom BCC. Und so heimsten die kleinen wie großen Gardemädchen für ihre Darbietungen denn auch viel Beifall ein.

Ehrenpräsident lobt Prinzenpaar

Eskortiert von der Kindergarde betrat zu Beginn des Abendprogramms das Kinderprinzenpaar die Bühne: Sophie Strüber und Luis Dlugos. Sie überließen die Bühne dann dem Ehrenpräsidenten des BCC, Walter Schum. Der bewies mit seinen 90 Jahren, dass er noch immer dem Verein und dem Karneval verbunden ist. Er erinnerte daran, wie er nach der Vereinsgründung 1960 das erste BCC-Prinzenpaar proklamiert hatte. Auch heute habe der BCC wieder ein „tolles Prinzenpaar“, sagte Schum und sprach von Melanie und Thomas Petroschka.

Während der Prinz schon zum Saisonbeginn im November bekannt gegeben wurde, blieb bis zum Büttenabend am Freitagabend ein Geheimnis, wer seine Prinzessin sein würde. „Die Auswahl war nicht klein“, sagte Thomas II., „für mich kann’s nur die eine sein“. Und die ist seine Angetraute Melanie, die sodann verkündete, es habe nur Freude zu herrschen in Bilshausenland.

Männerballett und Büttenreden

Unterhalten wurden die Büttenabendbesucher durch Tanzdarbietungen der Garden und verschiedene Gesangseinlagen, zum Beispiel von der Gruppe „Gut & Günstig“ , Thorsten Dlugos mit „Der Toddyzwerg“ und Carsten „Ohse“ Ochsenfahrt. Das Männerballett hatte einen „Very British“-Auftritt, außerdem wurden allerlei Sketche und kleinere Theatereinlagen geboten. Unter anderem stand nach Bütten-Abstinenz mal wieder Karl-Friedrich Kreis am Pult und plauderte über sein Rentnerdasein, Gundula und allerlei Krankheiten.

Uwe Engelhardt, der im vergangenen Jahr mit seinem Bütten-Partner Shorty alias Niko Engelhardt auf der Bühne stand, war diesmal alleine in die Mehrzweckhalle Lindau gekommen, denn Shorty arbeitet inzwischen in Spanien. Und dennoch spielten sich Shorty und Uwe Engelhardt die Humor-Bälle zu, denn er war als Überraschung telefonisch zugeschaltet und rief am Ende den Bilshäusern ein dreifaches „Bilau“ zu.

Die Karnevalsvereine aus Krebeck und Desingerode statteten dem BCC am Freitag einen Besuch ab, und am Sonnabend waren Abordnungen aus Wollbrandshausen und Wulften zu Gast. Außerdem hatten sich auch zwei Gardetänzerinnen aus Rhumspringe dazugesellt.

Bilshausens Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis überreichte dem BCC-Präsidenten am Sonnabend zum 60. Vereinsgeburtstag einen Strauß mit 60 Rosen, die in der Pause versteigert worden und dem Verein ein bisschen Geld in die Kasse bringen sollten. Außerdem hatte sie den Schlüssel für die Gemeindeverwaltung dabei, den sie symbolisch an Friedhoff überreichte. Dem Prinzenpaar hat die Bilshäuser Bürgermeisterin für den Heimweg in der Nacht die Gemeindetaschenlampe mitgebracht.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 10.02.2020. Bericht Britta Eichner-Ramm. Foto HS.