Zum Tag des Einbruchschutzes verdeutlicht die Polizei die aktuelle Statistik

Vor einem Einbruch in seine Wohnung oder sein Haus ist niemand ganz sicher – das ist die eindringliche Warnung, die die Polizei in Göttingen zum bevorstehenden jährlichen Tag des Einbruchschutzes am Sonntag, 25. Oktober, an die Menschen im Landkreis richtet. Die gute Nachricht: Jeder in Göttingen, Duderstadt, dem Eichsfeld und der Region kann etwas dafür tun, Einbrechern das Leben schwer zu machen und Einbrüche zu verhindern.

Das Tageblatt widmet dem Thema eine vierteilige Serie, in der Tipps und Tricks für den Einbruchschutz vorgestellt werden. Marko Otte, Kriminalpräventions-Beauftragter der Polizeiinspektion Göttingen, stellt Zahlen und Fakten rund um Einbrüche im Landkreis vor.

Hohe Aufklärungsquote bei Einbrüchen

Im Jahr 2019 erfasste die Polizei im Landkreis Göttingen 406 Einbrüche und Einbruchsversuche – im Durchschnitt also mehr als einen am Tag und 99 mehr als noch ein Jahr zuvor. Was nach einem deutlichen Anstieg der Einbruchskriminalität in Südniedersachsen aussieht, ist indes keiner: In der Polizeiinspektion wurde die Landkreisfusion von Göttingen und Osterode erst zum Jahreswechsel 2018/2019 vollzogen. Die Fälle aus dem Altkreis Osterode kamen also 2019 erstmals hinzu.

2019 konnte die Polizei nach Angaben Ottes die Aufklärungsquote bei Einbrüchen und Einbruchsversuchen auf fast 46 Prozent steigern – im Jahr davor waren es noch 36 Prozent. „Das Risiko, als Täter eines Wohnungseinbruchs ermittelt zu werden, ist in unserem Landkreis also relativ hoch“, sagt Otte – im niedersachsenweiten Durchschnitt liege die Aufklärungsquote bei nur 24 Prozent.

Einfache Einbruchsprävention

Wohnungseinbrüche seien keinesfalls immer Nacht-und-Nebel-Aktionen, betont der Kriminalpräventions-Beauftragte: „Der überwiegende Teil der Einbrüche geschieht tagsüber.“ Vor allem in der beginnenden dunklen Jahreszeit steige die Zahl der Einbrüche. „Beliebt sind die Uhrzeiten, zu denen die Bewohner arbeiten, einkaufen oder sonstigen Erledigungen nachgehen und Kinder in die Schule oder die Kita gehen“, so Otte.

In den meisten Fällen werde eine Wohnung oder ein Haus im Vorfeld eines geplanten Einbruchs ausgekundschaftet, warnt Otte. Die Täter würden genau beobachten, wann das Haus regelmäßig unbewohnt sei, wo sich ein Einstieg anbiete und weitgehend unbeobachtet erfolgen könne. Ein Einbruch bedeute nicht nur materiellen Verlust, warnt der Experte: Der Verlust des Sicherheitsgefühls, das viele Menschen davon abhalte, sich ausreichend zu schützen, könne schwere psychische Auswirkungen haben.

Die Täter könnten in drei Gruppen aufgeteilt werden, erklärt Otte: Rund die Hälfte von ihnen verübe Einbrüche, um an Geld zu gelangen, mit dem sie eine Sucht finanzieren können. Etwa 40 Prozent der Einbrecher seien reisende Täter oder Tätergruppen, die eine regelrechte Einbruchsschneise durch das Land ziehen und eine gute Vernetzung nutzen. Zehn Prozent der Einbrüche würden von Gelegenheitstätern verübt – diese Fälle, so Otte, ließen sich bereits durch einfache Verhaltensänderungen der Menschen verhindern.

Fenster und Türen abschließen, das Haus gut beleuchten und Dieben gar nicht erst den Eindruck vermitteln, dass ein Einbruchversuch erfolgreich sein könnte – das lasse sich ohne großen Aufwand bewerkstelligen, betont der Kriminalpräventions-Beauftragte. Wie das funktionieren kann, lesen Sie in den folgenden Teilen der Tageblatt-Serie: vom eigenen Verhalten über die richtigen Schlösser bis hin zu Alarmanlagen und Notfallknöpfen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 21.10.2020. Bericht Tammo Kohlwes.